Unser Mirower Frühsommer 2022

Alte Feuerwache erwacht zu neuem Leben – mit Konzert und einer Filmreihe!

Compagnia Di Leo

Mario Di Leo ist uns ja durchaus kein Unbekannter mehr. Gemeinsam mit Reinhold Joppich hat er uns bereits wunderbare literarisch-musikalische Abende beschert. Um so mehr freut es uns, dass ihn diesmal die gesamte „Compagnia Di Leo“ begleitet, und auch Reinhold Joppich wird nicht fehlen, der dieses Programm in der ihm eigenen unvergleichlichen Art – engagiert, temperamentvoll, frech – moderieren wird.

Mario (Gesang, Gitarre), Stella (Gesang) und Luca (Gesang, Gitarre, Kontrabass und Trompete) verbinden die reiche Liedkultur Italiens mit den Rhythmen mediterraner Musiktradition: Temperamentvolle Tarantella-Rhythmen, neapolitanische Canzoni und poetische Balladen von Kultmusikern wie Fabrizio De André oder Paolo Conte.

Wolfgang-Kohlhaase-Filme

Er kommt nochmals zu uns – natürlich mit Emöke – und freut sich auf Mirow am Donnerstag, den 30. Juni um 18:00. Wir sagen vorab „Danke Wolfgang!“ und zeigen in der Alten Feuerwache neun seiner Filme, die es alle wert sind, sich nochmals anzuschauen. Bestimmt ist ein Film dabei, an den man sich ganz besonders erinnert. Dann schaut vorbei und tretet ein in die „Alte Feuerwache“. Wir freuen uns auf Euren Besuch. Wie immer gibt es vorab kleine Snacks und Getränke.

26. Juni – Sommer vorm Balkon

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 18:00 Uhr

Unaufdringlich vermittelt die rundum stimmige melancholische Komödie über Liebe, Freundschaft, Solidarität, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit die angeschnittenen Themen und beweist trotz der nachdenklichen Grundstimmung ein subtiles Gespür für das Komische im Alltag. Überzeugende Darsteller, der fast dokumentarische Anstrich und die kluge Musikauswahl machen den Film zum Erlebnis.

Lexikon des internationalen Film

„Sommer vorm Balkon“ ist eine Sozialkomödie, die begeistert, anrührt und die Zuschauer geradezu beglückt – was sich über einen Film selten sagen lässt. Das liegt am brillanten Drehbuch des Solo Sunny-Autors Wolfgang Kohlhaase, dem erfrischend natürlichen Spiel seiner Hauptdarstellerinnen Nadja Uhl und Inka Friedrich und ganz besonders an der speziellen Fähigkeit von Andreas Dreesen, das kleine Alltagsleben um die Ecke ungefiltert und lebensecht abzubilden.

Cinema

26. Juni – Berlin – Ecke Schönhäuser

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 20:00 Uhr

Kohlhaase und Klein sind in Berlin – Ecke Schönhäuser … „dem Lebensgefühl junger Leute auf der Spur; [sie] suchen nach sozialen Wurzeln für deren Verhalten, nach gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, beschreiben den Einfluss, den Eltern, Staatsorgane und Politik auf diese Generation haben oder nicht haben.“ Zwar enthält der Film auch antiwestliche Tendenzen, so in der Zeichnung des Flüchtlingslagers, doch werden diese mit der Darstellung der alltäglichen Probleme Jugendlicher in der DDR ausbalanciert: „Klein und Kohlhaase gelang es, das Thema glaubwürdig und unspekulativ zu vermitteln und trotz politischer Intention die künstlerische Qualität nicht zu vernachlässigen.“

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Aufführung des Films 1958 durch den Interministeriellen Ausschuss für Ost-West-Filmfragen verboten. Auch die zweite Prüfung einer gekürzten Version durch den Ausschuss wenige Wochen später beschied eine Aufführungsgenehmigung abschlägig. Nachdem 1964 der Sozialistische Deutsche Studentenbund den Film ohne Genehmigung aufgeführt hatte, wurde er erneut geprüft und wiederum erhielt er keine Genehmigung.

wikipedia – Berlin – Ecke Schönhäuser

27. Juni – Der Fall Gleiwitz

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 18:00 Uhr

Der Film behandelt den von der SS inszenierten Überfall auf den Sender Gleiwitz am Abend des 31. August 1939, der der NS-Propaganda zusammen mit anderen Ereignissen als Vorwand zum Überfall auf Polen als Beginn des Zweiten Weltkriegs diente.

wikipedia

„Der beeindruckende Film, ein Gleichnis auf mechanische Befehlsvollstreckung in einer totalitären Diktatur, überzeugt durch seine kühlen, geometrischen Bilder und eine Regie, die von allen Nebensächlichkeiten abstrahiert.“

Lexikon des Internationalen Films

Der Film wurde am 24. August 1961 – wenige Tage nach dem Mauerbau in Berlin – in den Kinos der DDR gezeigt. Die Filmaufnahmen erfolgten am Originalschauplatz in der Zeit von August 1960 bis März 1961. Aufgrund einer Entscheidung der Adenauer-Regierung konnte der Film erst zwei Jahre später in Westdeutschland im Rahmen von Filmclub-Veranstaltungen gezeigt werden.

Berliner Zeitung

27. Juni – Die Stille nach dem Schuss

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 20:00 Uhr

Die Stille nach dem Schuss ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2000, der die Aufnahme von RAF-Aussteigern in der DDR Anfang der 1980er Jahre thematisiert. Der Film beschreibt das Leben der Ex-Terroristen im DDR-Exil und ihre Enttarnung noch vor der deutschen Wiedervereinigung 1990.

Ab 1980 lebten zehn Personen aus den Reihen der Rote Armee Fraktion und deren Umfeld, die den bewaffneten Kampf aufgegeben hatten, in der DDR. Die „RAF-Aussteiger“ wurden von den dortigen Behörden mit neuen Lebensläufen ausgestattet und mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR sesshaft. Viele Motive des Drehbuchs sind dem Leben von Inge Viett nachempfunden, die Geschichte greift aber auch Erfahrungen von Silke Maier-Witt, Susanne Albrecht und anderen auf. Inge Viett warf den beiden Autoren Volker Schlöndorff und Wolfgang Kohlhaase vor, sich zu sehr ihrer 1997 erschienenen Autobiografie „Nie war ich furchtloser“ bedient zu haben. Beide Parteien konnten sich jedoch außergerichtlich einigen.

Cristina Moles Kaupp merkt dazu im Spiegel an: „Mögen ihre Lebensstationen in die akribischen Recherchen von Schlöndorff und Drehbuchschreiber Wolfgang Kohlhaase miteingeflossen sein, die Übereinstimmungen enden, als Ritas Leben in der DDR beginnt. Die fiktiven Erlebnisse der beeindruckend dargestellten Anarchistin im Arbeiter- und Bauernstaat sind wesentlich spannender als das detailgetreue Nachbilden einer politischen Wirklichkeit.“ Der Film gewinne dadurch, so Moles Kaupp weiter, „an undogmatischer, bisweilen sogar humorvoller Leichtigkeit“.

wikipedia

28. Juni – In Zeiten des abnehmenden Lichts

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 18:00 Uhr

Der Film erzählt – ebenso wie das Buch von Eugen Ruge – die Geschichte der Zerstörung einer Familie als Sinnbild für den Niedergang des Sozialismus in der DDR vor dem Hintergrund der engen Verquickung von Persönlichem und Politischem. Dabei konzentriert sich der Film gegenüber dem Buch auf nur einen Tag, den 90. Geburtstag von Wilhelm Powileit. Die im Buch vorkommenden Szenen der 1950er bis 70er Jahre werden nicht gezeigt, sondern kommen gar nicht oder nur in den Erzählungen und Dialogen der Protagonisten vor. Wie auch die Nachwende-Zeit bis in die 2000er Jahre im Film nicht thematisiert werden

Der Film wurde von der Kritik unterschiedlich aufgenommen, so schreibt Die Zeit: „Es gibt nicht so viele Filme, die den Osten mit seiner Steifheit, Verträumtheit, seinen Hoffnungen, seiner Sauffreude und leisem Humor glaubwürdig abgebildet haben. Dieser gehört definitiv dazu.

Der inzwischen verstorbene Bruno Ganz wurde für seine Darstellung des Wilhelm Powileit für die beste männliche Hauptrolle beim Deutschen Filmpreis 2017 nominiert.

wikipedia

28. Juni – Ich war neunzehn

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 20:00 Uhr

29. Juni – Solo Sunny

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 18:00 Uhr

29. Juni – Whisky mit Wodka

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 20:00 Uhr

30. Juni – Danke Wolfgang!

Um die Ecke in die Welt – Über Filme und Freunde Lesung mit Ines Burdow, Bastienne Voss und Wolfgang Kohlhaase

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 18:00 Uhr

Der preisgekrönte Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ist ein geübter Beobachter und Meister des feinen Dialogs. Drehbücher könne er schreiben wie Billy Wilder, bestätigen ihm Filmkenner und Filmkritiker. Und was Kohlhaase über die Leute sagt, die seinen Weg kreuzten oder mit denen er an wichtigen Filmen arbeitete, gibt tiefe Einsichten, teilt genaue Beobachtungen mit und liefert manch hintergründig-komische Anekdote. Alle diese Texte füllen ein Buch, das so nah an Wirklichkeit und Geschichte ist und so unterhaltsam und lebensnah wie seine Filme.


Texte über Konrad Wolf, Frank Beyer, Andreas Dresen, Bernhard Wicki, Hermann Kant, Renate Krössner, Peter Hacks, Kurt Maetzig, Werner Stötzer, Wieland Herzfelde, Ulrich Plenzdorf, Eberhard Esche und andere.

Danach der letzte Film unserer Retrospektive über die Wolfgang-Kohlhaase-Filme

Der Bruch

Alte Feuerwache Mirow – Beginn 20:00 Uhr

Berlin im Jahr 1946: Im kalten Winter planen der frühere Marinesoldat und jetzige Lebemann Walter Graf und der Kriminelle Erwin Lubowitz den Coup ihres Lebens. Sie wollen mehrere Tageseinnahmen der Reichsbahn aus dem Tresor der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank stehlen, die normalerweise als Lohngelder ausbezahlt werden. Als Vorbereitung haben sie bereits die Oberräume des Gebäudes gemietet und darin ein falsches Immobilienbüro eröffnet.

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, dass der Film „mit Mitteln der Kriminalkomödie auch die Widersprüchlichkeiten der damaligen gesellschaftspolitischen Konstellationen ironisch beleuchtet. Ausgezeichnet gespielt, bis ins Detail sorgfältig ausgestattet, mit äußerst witzigen Dialogen.“

Für den Spiegel war „Der Bruch“ eine „Rififi-Geschichte“ und „eine nostalgische Kriminalkomödie mit einem glänzenden Dialog (den macht dem DDR-Autor Wolfgang Kohlhaase nicht so leicht jemand nach) und einer wehmütigen spöttischen Zuneigung zu den (hervorragend gespielten) Nachkriegsberlinern auf beiden Seiten des Gesetzes. Deutsche Geschichte, in einem Einbruch aufgebrochen, kurz nachdem Berlin in Trümmer und kurz bevor die Einheit Berlins zu Bruch ging.“

Unser Literatur-Frühling 2022

Steffen Kopetzky in Mirow am 17. + 18. August 2022

Als wir uns vor drei Monaten erstmals an den Tisch setzten und über unsere Kultur- und Literaturtage nachdachten und auch überlegten, ob wir diese erneut stattfinden lassen sollten, hätten wir nicht im Traum daran gedacht, uns kurz danach in einer Situation wie dieser zu befinden. Nach mehr als zwei von Corona geprägten Jahren kann man sicher nicht sagen, dass die Welt in Ordnung war. Wann war sie das je? Der Krieg in der Ukraine aber hat uns mehr als deutlich vor Augen geführt, in welch privilegier­ter Lage wir uns die letzten Jahrzehnte über befunden haben und dass Sicherheit und Wohlstand durchaus nicht selbstverständlich sind, auch nicht für uns.

Wie geht man mit so einer Situation um? Viele haben sich in den letzten Tagen und Wochen enga­giert, haben gespendet, gesammelt, organisiert oder Wohnraum zur Verfügung gestellt. Und den­noch bleibt das Gefühl einer gewissen Hilflosigkeit oder sogar Angst. Dann hilft am meisten, mit an­deren Menschen, egal ob Familie, Freunde oder Bekannte, zusammen zu kommen und sich auszutau­schen.

Der Frühling ist gekommen – trotz allem

Es fällt nicht leicht, angesichts der aktuellen Ereignisse wieder zur Tagesordnung überzugehen. Doch stand nach kurzer Zeit fest, dass es jetzt erst recht trotz Corona und Krieg in der Ukraine wichtig ist, unsere literarischen Veranstaltungen durchzuführen. So freuen wir uns, Euch nunmehr das komplette Programm unseres diesjähri­gen „Literaturfrühlings“ bekannt geben zu können – hoffentlich auch eine Gelegenheit, sich zu be­gegnen und anregende, interessante Gespräche zu führen.

Grit + Peter Schmitt

Autorin Ines Burdow liest mit Stephan Baumecker

26. Mai – Kunst trifft auf Literatur

Remise Schlosspark Mirow – Beginn 18:00 Uhr – Eintritt 10 Euro

ab 17:30 Uhr Snacks + Getränke

Eine schicksalshafte Liebesgeschichte, erzählt in größtenteils nie veröf­fentlichten Briefen. Zugleich ein Zeugnis vom Arbeiten und Leben des großen Malers Lyonel Feininger.

Im Juli 1905 treffen Lyonel Feininger und Julia Berg im Zug Richtung Ostsee jeweils die Liebe ihres Lebens. Beide sind verheiratet, doch schnell ist ihnen klar, dass sie einen gemeinsamen Neuanfang wagen wollen. Bestärkt durch Julia, will Feininger zu einer neuen Malkunst fin­den. Davon schreibt er ihr in zahlreichen Briefen. Neben einem feinsinni­gen Menschen, fortschrittlichen Vater, liebenden Ehemann und zwei­felnden Künstler scheint darin auch die Frau und Künstlerin Julia Berg, seit 1907 Feininger, auf, die ihre Briefe für die Nachwelt sperren ließ. Die seinen nehmen uns mit auf eine Zeitreise durch Krieg, Weimarer Republik, Inflation und die Entstehung des Bauhau­ses. Sie erzählen vom Aufstieg der Nationalsozia­listen, der wachsenden Ge­fahr für Julia und ihre jüdische Familie, von Diffamierung und Abschied.

Inés Burdow

arbeitet als freie Schauspiele­rin, Sprecherin und Autorin. Als Schauspiele­rin war sie mit verschiedenen Companies in ganz Europa auf Tournee und u. a. am Ber­liner Ensemble engagiert. Sie spielte die Ti­telrolle in der Welturaufführung der Oper ‚Linkerhand‘ von Moritz Eggert und dreht für ZDF und ARD. Als freie Feature-Autorin arbeitet sie für die Kulturradios der ARD-Anstalten. Für die Bühne schrieb sie verschiedene Stü­cke. Das bekannteste davon ist ‚Die Unvoll­endete‘ – Variationen über Brigitte Reimann.

Stephan Baumecker

studierte von 1984 bis 1988 Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Nach dem Studium war er festes Ensemblemitglied unter anderem am Nationaltheater Weimar, Schillertheater Berlin, Schauspielhaus Bochum, Faust Ensemble und dem Berliner Ensemble und arbei­tete dort mit renommierten Regisseuren. Seit 2006 ist er freischaf­fend tätig, unter anderem an der Volksbühne Berlin, dem Staats­theater Wiesbaden sowie dem Schauspielhaus Leipzig und war in vielen nationalen TV-Serien und Filmen zu sehen.

Im Anschluss der Film „Lotte am Bauhaus“

27. Mai – Ein Abend mit Bernhard Robben

Remise Schlosspark Mirow – Beginn 18:00 Uhr – Eintritt 10 Euro

ab 17:30 Uhr Snacks und Getränke

Das hatten wir noch nicht und deshalb freuen wir uns ganz besonders auf diese Veranstaltung mit Bernhard Robben, weil es ein ganz anderes Thema der Literatur behandelt und wir dieses bisher nicht in annähernder Form angeboten haben – die Übersetzung literarischer Werke.

Auf die Frage „Was reizt Sie am Übersetzen?“ gab Bernhard Robben 2016 die Antwort: „Mit jedem neuen Buch in eine neue Welt abzutauchen, der ich mich drei, vier Monate fast ausschließlich überlasse; ihre Sprache, ihre Sicht- und Denk­weisen zu lernen, bis ich gut genug bin, um mich als Einheimischer durchmogeln zu kön­nen“ – wie zum Beispiel in den folgenden Büchern.

In John Williams „Stoner“ wird ein Bauernsohn mit emsigem Eifer Profes­sor, heiratet, führt eine unglückliche Ehe, zweifelt zeitle­bens am Sinn des Lebens und verliebt sich gegen Ende desselben noch einmal ganz fürchterlich.

Ian McEwan schreibt in seinem Roman „Saturday“ über die Zerbrechlichkeit
des Glücks und die Verwundbarkeit der westlichen Welt. Es handelt vom
Preis unseres Seelenfriedens und von unserer Verantwortung für die Welt.

Der Amerikaner John Wray erzählt in seinem Roman „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ die Geschichte eines Clans durchgeknallter Hobbyphysiker, die Albert Einstein Konkurrenz machen wollen. Der Hauptdarsteller, ein jun­ger Forscher, ist in einer Zeitblase gefangen. Schlimm ge­nug. Aber verliebt ist er auch noch.

Und nochmals John Williams: Er bezeichnet Augustus, den Protagonisten aus seinem gleichnamigen Roman, in welchem sich dieser zum Gott erheben lässt, von Frau und Tochter entfremdet, an seinem Ende dem Tod so unge­schützt entgegen sieht wie jeder Mensch – als das »arme Geschöpf, das er nun einmal ist«.

Nicholas Evans erzählt in seinem Welterfolg „Der Pferdeflüsterer“ von Tom Booker, der es wie kein anderer versteht kranke und verstörte Pferde zu heilen sowie davon, dass nur die Kraft der Liebe alte Wunden heilen kann.

Schließlich John Burnside, der in seinem Roman „Glister“ von einer trostlosen englischen Kleinstadt erzählt, in der immer wieder Jungen verschwinden und der 15jährige Leonhard unbedingt herausfinden will, was mit seinen Freunden passiert ist und sich deshalb auf die Suche nach der Wahrheit macht.

Bernhard Robben

ist seit 1992 als Übersetzer tätig und gilt als einer der profiliertesten deutschen Übersetzer. Sein umfangreiches über­setzerisches Werk besteht vorwiegend aus Übertragungen erzählender Werke briti­scher, irischer und amerikani­scher Autoren. Er übertrug und überträgt unter anderem die Werke von Ian McEwan, John Burnside, John Williams und Salman Rushdie ins Deutsche. Bernhard Robben lebt seit Jahren nicht weit von Mirow in Brunne, Brandenburg.

28. Mai – Ein Abend mit Steffen Kopetzky

Remise Schlosspark Mirow – Beginn 18:00 Uhr – Eintritt 10 Euro

ab 17:30 Uhr Snacks und Getränke

Wir freuen uns auf Steffen Kopetzky, der uns diesmal abweichend vom gängigen Format einen Einblick in sein schriftstellerisches Schaffen erlaubt und dabei nicht wie üblich aus einem, sondern gleich von drei Büchern erzählen und daraus auch auszugsweise lesen wird.

Der letzte Dieb

Alexander Salem ist als routinierter Auftragsdieb gut im Geschäft. Doch als er aus ei­nem Hotel in Monaco einen kostbaren Briefum­schlag entwenden soll, begeht er einen folgenschweren Fehler. Seine letzte Chance ist, an einer ominösen Schatzsuche teilzu­nehmen, die ihn weit in die eigene Vergangenheit und die Abgründe des 20. Jahrhun­derts führen wird. Die verwickelte Handlung, in der ein Gentelmandieb, eine DDR-Agentin, ein Nazi-Schatz, ein durchgeknallter Schriftsteller, ein Waschbär und der Ber­liner Stadtteil Neu­kölln die Hauptrollen spie­len, gleicht einer fantastischen „480-Seiten Schnitzeljagd“. Im­mer wie­der fühlt man sich bei der Lektüre an Thomas Pynchon und Indiana Jones er­innert.

Propaganda

Steffen Kopetzky spannt in seinem packenden Roman einen gewaltigen Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis hin zu Vietnam und den Pentagon Papers. Ungeheuer span­nend erzählt er von Krieg und Lüge – und von einem Mann, der alle falsche Wahr­heit hinter sich lässt. John Glueck ist ein Rätsel. Warum sitzt der tapfere Veteran im Gefängnis? Warum wird er verfolgt? Anwältin Kat Lambert soll ihn verteidigen – ihr enthüllt er seine Geschichte, die Jahre zurückreicht: 1944 trifft Glueck, junger US-Propaganda-Offi­zier, in Frankreich sein Idol Ernest Hemingway. Für ihn zieht er nach Deutschland – und erlebt im Hürtgenwald bei Aachen eine der schlimmsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, aber auch den Sieg der Freiheit. Zwanzig Jahre später, in Vietnam, erkennt John Glueck: Die Politik ist so verlogen wie eh und je. Er wird handeln, für die Wahrheit.

Risiko

Geheimexpedition des Deutschen Reichs an den Hindukusch: Nach einem Plan des Ori­entkenners Freiherr Max von Oppenheim ziehen sechzig Mann mit der Bagdadbahn, zu Pferd und auf Kamelen durch Wüsten und Gebirge. Das Ziel: den Emir von Afgha­nistan und die Stämme der Paschtunen im Namen des Islam zum Angriff auf Britisch-Indien zu bewegen. Der junge Marinefunker Sebastian Stichnote liegt mit seinem Schiff vor der Küste Albaniens. Als der Erste Weltkrieg beginnt, muss die unterlegene deut­sche Flotte durchs Mittelmeer nach Konstantinopel fliehen. Stichnote hat es nach den ersten Seegefechten eilig, sein Schiff so schnell wie möglich zu verlassen und schließt sich als Funkoffizier einer geheimen Expedition nach Kabul an. Ihre Reise führt sie nach Syrien, Bagdad, Teheran, Isfahan und schließlich durch die persische Wüste. Am Ende hängt der Erfolg der Expedition von Stichnote ab, der mit allem brechen muss, was ihm einst heilig war.

Risiko“ ist ein funkelnder Abenteuerroman, der auf historischen Fakten beruht. Er folgt einer le­gendären Afghanistan-Expedition auf der 5000 Kilometer langen Reise und begegnet histori­schen Personen wie Lucien Camus, dem Vater von Albert, oder Alois Musil, auch genannt Musil von Arabien.

29. Mai – Lesung mit Steffen Kopetzky

Dorfkirche Krümmel – Beginn 11:00 Uhr – Eintritt 10 Euro

anschließend Ausklang „Literatur-Frühling“ mit Grillen, Kaffee + Kuchen

Im Jahr 1962, als das nukleare Wettrüs­ten seinen Höhepunkt er­reicht, als in Al­gier und Paris Bomben explodieren, bricht im Wirt­schaftswunder-Deutschland der junge Medi­ziner Nikolaos Spyridakis in die Eifel auf. Es ist eine heikle Mission: Im Kreis Monschau sind die Pocken ausgebrochen, hochanste­ckend und lebensgefährlich. Mitten im Kar­neval droht nun Stillstand, Quaran­täne. Der Rither-Chef will die Fabrik um jeden Preis of­fen halten, keine zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Welt­kriegs ist man weltweit gut im Geschäft. Ganz andere Pläne hegt Vera Rither: Die Alleinerbin studiert in Paris, bewun­dert Simone de Beauvoir und trägt den Geist der Avantgarde nach Monschau. Dort begegnet sie Nikolaos, der als Betriebs­arzt durch die tiefverschneite Eifel zur Pati­entenvisite gefahren wird, vor Ansteckung geschützt durch einen Stahlarbeiteranzug. So unter­schiedlich die beiden auch sind, der kretische Arzt, der als Kind die Gräuel der deutschen Besatzung miterlebt hat, und die schwerreiche Vollwaise: Sie entdecken schnell, dass sie mehr verbindet als ihre Lie­be zu Miles Davis. Doch die Krank­heitsfälle häufen sich, und das Vi­rus nimmt sich, was es kriegen kann.

Steffen Kopetzky erzählt von einer Lie­be im Ausnahmezustand und von der jungen, vom rasanten Wirtschaftswachs­tum geprägten Bundesrepublik – und verwandelt die wah­ren Begebenheiten eines kaum bekannten Kapitels deut­scher Geschichte in packende Literatur.

Steffen Kopetzky

geboren 1971, ist Autor von Romanen, Erzählun­gen, Hörspielen und Theater­stücken. Sein Roman „Risiko“ stand mona­telang auf der Spiegel-Bestsel­lerliste und war für den Deut­schen Buchpreis no­miniert, der Spie­gel-Bestseller „Propaganda“ für den Bayerischen Buchpreis. Von 2002 bis 2008 war Steffen Kopetzky künstleri­scher Leiter der Theater-Biennale Bonn. Er lebt mit seiner Familie in seiner Hei­matstadt Pfaffen­hofen an der Ilm.

Herbstliche Stimmung im Park

Unser Literatur-Herbst 2021

Schnell ist er gegangen und kurz war er – der Sommer. Und jetzt sind wir mittendrin im Herbst – regnerisch und frisch. Der goldene Oktober lässt noch auf sich warten. Das hält uns aber nicht ab, erstmals unseren Literatur Herbst zu starten, den wir letztes Jahr der Pandemie geschuldet nicht starten durften. Dieses Jahr sieht es aber gut aus und wir freuen uns auf drei interessante Veranstaltungen vom 21. bis zum 23. Oktober – literarisch, lebendig und unterhaltsam. Weitere Informationen über die jeweilige Veranstaltung findet Ihr nun folgend.

Wir freuen uns auf Euren Besuch. Karten erhaltet Ihr in unserem Buchladen, per Mail und an der Abendkasse.

Grit + Peter

Das waren unsere 2. Mirower Kultur- und Literaturtage

Letztes Jahr haben wir Grit und ich etwas begonnen aufzubauen, was es überall in anderen Regionen, Landstrichern und Städten auch gibt – Kultur- und Literaturtage. Dennoch wollten wir etwas anderes, etwas „Persönlicheres“ schaffen. Die Integration unserer Gäste – also die Autorinnen und Autoren – in unsere Region, in unser Leben und das unserer Menschen, die teilgenommen haben an unseren Kultur- und Literaturtagen. Und wenn im letzten Jahr so einiges noch eckig und nicht ganz rund gelaufen ist – aller Anfang ist schwer – haben wir uns dieses Jahr mit großen Schritten unserer Vision des Zusammenfindens genähert. Eigentlich müssten wir jeden Einzelnen unserer Gäste nennen, weil sie alle dazu beigetragen haben. Wir möchte es bei Dreien belassen und die anderen mögen es uns entschuldigen.

Einmal Norbert Scheuer, der obwohl wir es ihm angeboten haben, die Veranstaltung abzusagen, weil er mitten in dem Katastrophengebiet der Eifel wohnt, und sein Ort Kall, von dem er auch in seinen Romanen so liebevoll schreibt, in Teilen nicht mehr steht und die Wasser- und Schlammmassen den Menschen Hab und Gut genommen hat. Er wird wieder kommen, weil ihm nur in dieser ganz kurzen Zeit, in dem er hier war, unsere Landschaft so viel gegeben hat, wie er sagte. Steffen Kopetzky mit seinen Bestsellern Risiko, Propaganda und aktuell Monschau sagte uns, ich komme wieder zu Euch, auch zum Lesen, aber auch um vielleicht hier eine Woche oder auch mehr bei uns zu arbeiten, also zu schreiben. Und schließlich Wolfgang Kohlhaase der mit seinem Auftritt uns alle, die an der Veranstaltung teilnahmen tief bewegt hat und nicht nur bei Peter Schmitt, sondern bei vielen anderen auch, die Tränen hat fließen lassen.

War die erste Woche von der Wetterseite her ideal und hat es uns leicht gemacht, organisatorisch diese Mammutaufgabe zu bewältigen, so war die zweite Woche eine Herausforderung, weil nur am ersten Tag dem Sonntag das Wetter uns gut gesonnen war und Lesung und Kino draußen auf der Kultur-Bühne-Mirow stattfinden konnten. Dann war‘s vorbei und wir mussten umziehen in die Aula des „Unteren Schlosses“. Das Feeling von Open Air konnten wir bei Regen, Wind und den nicht angenehmsten Temperaturen für einen August nicht bieten. Doch Unentwegte haben dennoch den Weg ins „Untere Schloss“ zum Kino gefunden. Und über den Besuch der Lesungen, der sich doch erheblich gegenüber dem Vorjahr gesteigert hat, haben wir uns riesig gefreut.

Haben wir letztes sehr, sehr viel drauflegen müssen, so hat sich dies dieses Jahr zum Positiven gewendet. Der Betrag wird nicht mehr riesig sein und vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr, mit Plus-Minus-Null davon zu kommen. Denn das ist unser Ziel. Keine geschäftlichen Interessen, dafür muss unser Buchladen herhalten.

Zum Abschluss eigentlich das Wichtigste: Ohne die Menschen, die mit ihrer Hilfe, Unterstützung und Menschlichkeit bei der Organisation der Kultur- und Literaturtage beigetragen haben, und auch auf ihrem Grund und Boden wunderschöne Veranstaltungen haben stattfinden lassen, wären wir unserem Ziel des Zusammenfindens nicht annähernd so weit gekommen wie dieses Jahr. Danke Andrea + Roland Tuma, Anne + Gerd Schneider, Heidelene Kreft, Heike + Tobias Müller-Deku, Kevin Lierow, Maria von Maltzahn, Renate Lippe, Susanne Bocher und alle anderen, die dazu beigetragen haben.

Und Achtung! Vom 21. bis zum 23. Oktober findet erstmals unser „Literatur-Herbst“ statt. Am 21. gibt es eine Lesung über Döblins „Alexanderplatz“, am 22. einen Abend mit Emöke Pöstenyi und am 23. „Es lebe die Freiheit“ mit Reinhold Joppich und der musikalischen Begleitung von Mario Di Leo.

Grit + Peter

Am 15. August starten wir in die zweite Woche unserer Mirower Kultur- und Literaturtage, die in erster Linie von Autorinnen geprägt sein wird. Ort des Geschehens ist diesmal die Kulturbühne hinter dem Unteren Schloss. Die erste Veranstaltungswoche ist nun vorüber, wir haben aufgeräumt und uns ein klein wenig erholt, und bevor es nun wieder richtig losgeht, vielleicht eine kurze Zwischenbilanz.

Wir haben uns gefreut, dass wir im Vergleich zum Vorjahr noch mehr Menschen erreichen konnten, was sich in gestiegenen Besucherzahlen bemerkbar gemacht hat. Sicher hatten wir in diesem Jahr einige besonders hochkarätige Schriftsteller bei uns, aber wir glauben auch, dass es sich inzwischen etwas herumgesprochen hat, dass in Mirow kulturell auch etwas los ist. Ebenfalls hat uns gefreut, dass alle Akteure sich in Mirow und Umgebung sehr wohl gefühlt haben und wiederkommen wollen. Tom Hillenbrand hat von einer stark unterschätzten Gegend gesprochen und Steffen Kopetzky zieht sogar in Erwägung, hier für eine Weile zu arbeiten. Das macht doch stolz. Dazu beigetragen haben auch alle die, die uns bei der Durchführung in dieser ersten Woche so tatkräftig unterstützt haben.

Ob wir zufrieden sind? Ja und nein. Ja, weil wir tolle Leute für unsere Kultur- und Literaturtage gewinnen konnten, weil wir schöne Stunden mit den Akteuren und Gästen verleben konnten, weil wir inspirierende Gespräche geführt haben und daraus natürlich jede Menge neue Ideen entsprungen sind. Und weil uns viel Zuspruch zuteil wurde, der uns gezeigt hat, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dieses Konzept von den Leuten angenommen wird. Nein, weil wir noch lange nicht da sind, wo wir mit dieser Veranstaltung hin wollen, nämlich sie zu einer festen Einrichtung in der Region zu machen, die gleichermaßen Einheimische und Touristen, aber auch Menschen aus dem etwas weiteren Umfeld anzieht. Dahin ist es noch ein weiter Weg, aber wir arbeiten daran.

Natürlich waren auch die Veranstaltungen in diesem Jahr wieder durch die geltenden Corona bedingten Vorschriften und Einschränkungen beeinflusst, aber wir haben hier sehr konstruktiv und so unbürokratisch wie möglich mit den verantwortlichen Stellen zusammengearbeitet, dafür vielen Dank. Und natürlich auch vielen Dank an unsere „Schlossherrin“ Frau Dr. Susanne Bocher, die uns ihr Haus und Gelände für die Veranstaltungen zur Verfügung gestellt und auch darüber hinaus bestmöglich unterstützt hat.

Nun steigt natürlich langsam wieder der Adrenalin-Pegel, denn die zweite Woche steht unmittelbar bevor und damit die üblichen Fragen und Ängste: Kommen die Veranstaltungen beim Publikum an? Kommen überhaupt genügend Zuschauer? Hält das Wetter? Funktioniert die Technik? Aber auf der anderen Seite freuen wir uns natürlich riesig, denn wir haben wieder spannende Leute, diesmal vor allem Autorinnen, eingeladen. Stellvertretend erwähnen möchten wir an dieser Stelle die Lesung mit Inés Burdow und Bastienne Voss am 19. August, die aus dem Erzählband „Erfindung einer Sprache“ von Wolfgang Kohlhaase lesen. Doch damit nicht genug: Der Altmeister selbst und seine Frau, Emöke Pöstenyi, den meisten von uns bestens aus ihrer Zeit beim Fernsehballett bekannt, werden ebenfalls anwesend sein und gemeinsam mit den beiden genannten Schauspielerinnen den Abend gestalten – da ist die Vorfreude natürlich riesengroß.

Auch auf die Kinofilme, die wir selber ausgesucht haben, freuen wir uns sehr. Und ein ganz klein wenig schielen wir bereits ins nächste Jahr, wofür wir schon den einen oder anderen gewinnen konnten, aber das wird noch nicht verraten. Im Fußball sagt man: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. So ist das hier auch.

Grit + Peter

Auch 2021 werden die Mirower Kultur- und Literaturtage stattfinden – zum einen vom 25. bis zum 30. Juli und zum anderen vom 15. bis zum 20. August. Die Zusagen der Autorinnen und Autoren liegen vor und wir freuen uns, der Region wie letztes Jahr ein interessantes, aktuel-les, unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm bieten zu können.

Bedingt durch die Sommerzeit aber auch der Pandemie geschuldet sind die meisten Veranstaltungen im Freien geplant – in der ersten Woche im Schlosspark und in der zweiten Woche auf der Kultur-Bühne im Park des unteren Schlosses. Alle Veranstaltungen werden unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Hygienevorschriften stattfinden.

Weitere Informationen über die Autorinnen und Autoren, deren Bücher und die jeweilige Veranstaltung finden Sie nun folgend.

Literatur Herbst 2020

Leider müssen wir unseren Literatur Herbst und die mit Bastienne Voss geplanten Veranstaltungen vom 20. bis zum 22. November und am 4. Dezember 2020 Corona bedingt absagen und hoffen die Veranstaltungen 2021 nachholen zu können.

Liebe Kultur- und Literaturfreunde,

am kommenden Sonntag, den 16. August um 17:00 Uhr starten mit der Eröffnungs-veranstaltung auf der Kultur-Bühne-Mirow die „Ersten Mirower Kultur- und Literaturtage“, worauf wir uns, die Schmitts vom Mirower Buchladen, riesig freuen. 29 Programmpunkte stehen auf dem Veranstaltungskalender bis einschließlich 21. August. Ob Lesungen, Kulinarisches, Kinderprogramm oder Open Air, wir denken, da ist für jeden etwas dabei. Es war nicht einfach, eine solche Veranstaltung ohne „Investor“ und „Geldgeber“ auf die Beine zu stellen. Es waren aber auch keine mühsamen Verhandlungen, die Autor*innen hier zu uns nach Mirow zu holen, weil unsere Gäste aus Italien, Tschechien, Österreich und Deutschland sich auf die Mirower sowie die Region freuen. Wir freuen uns aber auch auf das Carolinum Neustrelitz mit zwei und das Kinderprogramm mit drei Veranstaltungen.

Wir wollen unsere Gäste nicht enttäuschen, und würden uns freuen, wenn die einzelnen Veranstaltungen zahlreich besucht werden. Der Eintritt, erlauben Sie uns die Anmerkung, dient ausschließlich dazu, die Kosten zu decken. Auf dem Gelände hinter dem Unteren Schloss erwartet Sie neben den einzelnen Veranstaltungen Büchertische, viele Gespräche und eine angenehme Atmosphäre. Getränke sind natürlich auch zu haben.

Mit gebracht haben Verleger und Verlage Musils Mörder und einen Leichenfund nahe Prag. Das Car­bonzeitalter, das vor 300 Millionen Jahren en­dete, kehrt zurück. Was ist Realität oder pure Täuschung bei der Jagd nach dem sagenum­wobenen Schatz der geheimnisvollen „letalen Glocke“? Wir erfahren hof­fentlich Näheres, was der Grund für eine folgenreiche Verspätung ist. Schließlich speisen wir böhmisch und österreichisch und versuchen uns an der Kunst der Teezubereitung. Weiter sind wir dabei, wie sich nicht nur die Erde, sondern auch das gesellschaftliche Klima aufheizt und werfen einen Blick hin­ter die Hoch­glanzfassaden von Sportlerehen und Strahlemännern, Urlaubsidyllen und vielversprechenden Seniorenresidenzen. Wir lassen uns verzaubern von dem stimmge- waltigen Reinhold Joppich und seinem italienischen Abend – diesmal kriminalistisch mit Carlotto + Lucarelli und wie immer musika­lisch beglei­tet von Mario Di Leo, lassen Hölderlin auf­erstehen, und Luigi Reitani wird uns helfen, ihn zu verstehen. Und mitten in der Zeitenwende entflammt eine lei­denschaftliche deutsch-deutsche Affäre, die einmal ein wenig anders erzählt wird als das bisher Bekannte.

Open Air nehmen wir teil, wie Außerirdische uns besuchen und fühlen uns erinnert an 2001 Odysee im Weltraum, nehmen am Leben vom Abenteurer Goldmund und Klosterbruder Narziss teil, hören die Klänge aus H.G. Wells Krieg der Welten, werden noch einmal erwachsen mit dem Film Orangentage unter Anwesenheit der Drehbuchautorin(!) und des Regisseurs(!) und leiden zum Schluss mit dem einzigartigen Josef Hader als Detektiv Brenner in „Ewiges Leben“.

die Schmitts vom Buchladen